Meta muss Verantwortliche für absichtliche KI-Piraterie benennen
Meta hat im Rechtsstreit um das Training seiner KI-Modelle eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Bundesgericht zwingt den Konzern nun, alle Führungskräfte zu nennen, die Downloads aus sogenannten Schattenbibliotheken genehmigt haben.
Die Anweisung von Richter Thomas S. Hixson ist Teil eines umfassenden Verfahrens. Darin werfen Kläger wie der Verlag Entrepreneur Media und verschiedene Buchautoren dem Konzern vor, geschützte Werke unrechtmäßig für das Training der Llama-Modelle genutzt zu haben. Dabei geht es um gewaltige Datenmengen: Meta soll über 80 Terabyte an wissenschaftlichen Arbeiten und Büchern über das BitTorrent-Protokoll heruntergeladen haben.
Richter Hixson ließ das Argument der kollektiven Verantwortung nicht gelten. Traf ein Team eine Entscheidung, muss Meta alle beteiligten Mitglieder nennen. Das schließt Personen ein, die an der Diskussion vor dem LibGen-Torrent-Download 2023 beteiligt waren, sowie jene, die den Download aus Anna's Archive im April 2024 genehmigt haben. Ein Mitarbeiter sagte aus, manche Downloads hätten eine Genehmigung auf Direktoren- oder VP-Ebene erfordert. Interne Nachrichten sollen zudem zeigen, dass der Entscheidung für den LibGen-Download eine Eskalation an Mark Zuckerberg vorausging.
Einigen Entwicklern bei Meta war die rechtliche Problematik offenbar bewusst. In Protokollen merkte ein Mitarbeiter an, dass die Nutzung von Torrents rechtlich nicht in Ordnung sei, da man Inhalte nach außen teile. Meta bestreitet die unrechtmäßige Verbreitung und verweist auf technische Maßnahmen zur Minimierung des Uploads. Ob das Torrenting des Konzerns als legale Nutzung im Sinne des Fair Use gilt, wird das Gericht später entscheiden.
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Siehe auch:
- Meta muss Entscheider für Downloads aus Schattenbibliotheken benennen
- Autoren und Verlage werfen Meta Diebstahl für das KI-Training vor
- Der Konzern lud über 80 Terabyte Daten via BitTorrent herunter
- Metas Argumente bezüglich eines kollektiven Teamkonsenses verwarfen Richter
- Für manche Downloads soll Mark Zuckerberg persönlich involviert sein
- Das Seeding über das BitTorrent-Netzwerk birgt zusätzliche Risiken
Entscheider müssen benannt werden
Im anhaltenden Rechtsstreit um Urheberrechtsverletzungen beim Training seiner KI-Modelle hat Meta eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Bundesgericht ordnete an, dass der Konzern die Namen aller Mitarbeiter und Führungskräfte offenlegen muss, die den Download von Büchern aus sogenannten Schattenbibliotheken wie LibGen und Anna's Archive genehmigt haben.Die Anweisung von Richter Thomas S. Hixson ist Teil eines umfassenden Verfahrens. Darin werfen Kläger wie der Verlag Entrepreneur Media und verschiedene Buchautoren dem Konzern vor, geschützte Werke unrechtmäßig für das Training der Llama-Modelle genutzt zu haben. Dabei geht es um gewaltige Datenmengen: Meta soll über 80 Terabyte an wissenschaftlichen Arbeiten und Büchern über das BitTorrent-Protokoll heruntergeladen haben.
Gericht lehnt Metas Argumente ab
Wie TorrentFreak berichtet, versuchte Meta bisher, die Nennung von Führungskräften zu vermeiden. Das Unternehmen argumentierte, dass die Beschaffung von Datensätzen in der frühen Phase der KI-Entwicklung auf informellen Wegen basierte. Entscheidungen seien meist als Teamkonsens getroffen worden, weshalb sich keine einzelnen Personen benennen ließen. Den eigentlichen Download-Prozess bezeichnete Meta als rein technische Entscheidung der ausführenden Entwickler.Richter Hixson ließ das Argument der kollektiven Verantwortung nicht gelten. Traf ein Team eine Entscheidung, muss Meta alle beteiligten Mitglieder nennen. Das schließt Personen ein, die an der Diskussion vor dem LibGen-Torrent-Download 2023 beteiligt waren, sowie jene, die den Download aus Anna's Archive im April 2024 genehmigt haben. Ein Mitarbeiter sagte aus, manche Downloads hätten eine Genehmigung auf Direktoren- oder VP-Ebene erfordert. Interne Nachrichten sollen zudem zeigen, dass der Entscheidung für den LibGen-Download eine Eskalation an Mark Zuckerberg vorausging.
Seeding als rechtliches Risiko
Ein zentraler Punkt der Anordnung betrifft die Nutzung des BitTorrent-Protokolls. Da das System auf dem gleichzeitigen Herunter- und Hochladen von Dateien basiert, werfen die Kläger Meta vor, urheberrechtlich geschütztes Material aktiv verbreitet zu haben. Der Richter fordert daher auch die Identifizierung jener Mitarbeiter, die über das sogenannte Seeding entschieden oder Maßnahmen zu dessen Begrenzung veranlasst haben.Einigen Entwicklern bei Meta war die rechtliche Problematik offenbar bewusst. In Protokollen merkte ein Mitarbeiter an, dass die Nutzung von Torrents rechtlich nicht in Ordnung sei, da man Inhalte nach außen teile. Meta bestreitet die unrechtmäßige Verbreitung und verweist auf technische Maßnahmen zur Minimierung des Uploads. Ob das Torrenting des Konzerns als legale Nutzung im Sinne des Fair Use gilt, wird das Gericht später entscheiden.
Nutzt ihr noch regelmäßig das BitTorrent-Netzwerk oder setzen sich bei euch direkte Downloads durch? Teilt eure Meinungen und Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Illegales KI-Training mit Raubkopien: Anthropic zahlt Milliardenstrafe
- Meta soll Pornos per Torrent geklaut und für KI-Training genutzt haben
- Bücher per BitTorrent "besorgt": Meta wegen KI-Trainings vor Gericht
- BitTorrent und Co.: Anthropic wegen massiver Rechteverletzung verklagt
- Meta bestreitet Porno-Piraterie für KI-Training: "Private Nutzung"
Themen:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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